11 Dinge, die dich zum Rockstar machen!

Die „Soft Skills“ eines guten Gitarristen

Gitarrenlehrer Sebastian Posch, 2016

Gitarre lernen Blog

Gitarre spielen ist eine Tätigkeit – Gitarrist zu sein eine Berufung! Im Gitarrenunterricht kann man lernen, das Instrument zu beherrschen. Doch es gehört mehr dazu, wenn man ein richtig guter Gitarrist sein will. Und es sind nicht nur ein gewisses Talent und Leidenschaft, die man mitbringen sollte. An manchen wichtigen Eigenschaften eines guten Gitarristen kann man tatsächlich arbeiten – schon lange, bevor man Gitarre spielen kann, dadurch wird "Talent" quasi irrelevant:

1. Musik hören - Lerne, wie man aktiv zuhört

Musik hören ist eine Fähigkeit, die man genauso erlernen muss wie das Musik machen. Man kann das Ohr trainieren, im Mix einzelne Instrumente zu erkennen, kleine Fehler herauszuhören, gleichzeitig die Struktur des Songs zu erfassen. Das alles sind Dinge, die du täglich üben kannst! Zudem kannst du dich im Netz darüber informieren, wie Musik heutzutage gemixt und gemastert wird, um so ein besseres Verständnis dafür zu bekommen und dich auf Studioaufnahmen vorzubereiten.

2. Fitness - Bleibe jederzeit fit

Trainiere deinen Körper, damit du bereit bist für die Bühne! Glaube es oder nicht, aber jeder seriöse Musiker achtet auf seinen Gesundheitszustand und seine körperliche Fitness. Exzessives Üben und Proben, Gigs und Touren verursachen große Anstrengungen. Da ist es besser, in Spitzenform zu sein! Whisky zum Frühstück und Auftritte im Drogenrausch – dieses Rockstar-Image wird von den Medien gerne aufgegriffen. Doch vergessen wir nicht diejenigen, die dabei auf der Strecke geblieben sind... Andere hatten vielleicht Glück gehabt, aber auf dieses Glück sollte man keinesfalls bauen.

3. Gesang - Nur keine Hemmungen

Ich weiß, ich weiß, du kannst noch nicht richtig Gitarre spielen, wieso solltest du nun auch noch mit dem Singen anfangen? Nun, vielleicht vergehen 1 oder 2 Jahre und du spielst gut genug Gitarre, um eine Band zu gründen – findest aber keinen Sänger. Dann kann es sehr nützlich sein, wenn du übergangsweise zumindest die Töne treffen kannst. So lassen sich die Songs bei den Proben auch realistischer üben, bis ihr einen Sänger gefunden habt. Du kannst gleich heute damit beginnen, einzelne Noten zu singen, die du gleichzeitig auf dem Fingerbrett der Gitarre spielst. Diese Übung trainiert dein Gehör, und dein Gehirn wird sich die Tonhöhe der einzelnen Noten leichter merken. Dies führt dazu, dass du Songs immer leichter nach Gehör lernen kannst.

4. People Skills - Erfolgreiche Musiker arbeiten nie alleine

Arbeite an deinem Kommunikationsstil! Lerne etwa, wie man motiviert spricht und eine positive Ausstrahlung bekommt. Diese Fähigkeiten können dir z.B. dabei helfen, die richtigen Mitglieder für eine Band zu finden und dich mit anderen Musikern besser auszutauschen. Es ist auch durchaus sinnvoll, sich mit Leuten zu umgeben, die schon fortgeschrittener sind als man selbst. Von ihnen kann man viel lernen, etwa über das Musik machen und das Musikbusiness! Bei all dem ist es wichtig zu wissen, wie man auf Menschen zugeht.

5. Deine Bühnenpräsenz - Musik ist auch visuell!

Du kannst jetzt schon anfangen, an deiner Bühnenpräsenz zu arbeiten. Lerne, deine Ängste zu überwinden und vor allem wie man dabei möglichst cool aussieht! Auch wenn du erst 3 Akkorde auf der Gitarre beherrschst, kannst du dabei schon wirken wie ein Rockstar! Übe z.B. vor dem Spiegel oder nimm dich beim Gitarre spielen auf Video auf. Achte auf deine Mimik und deine Körperhaltung. Finde heraus, welche Bewegungen und Posen sich für dich natürlich anfühlen und wie du dich dabei am wohlsten fühlst. Spiele auch deinen Freunden und Bekannten vor und frage sie nach ihrem Eindruck.

6. Tonstudio besuchen - Für Technik-Freaks

Besuche doch schon mal ein paar Tonstudios in deiner Nähe! Die meisten Studios brauchen neue zukünftige Interessenten und Kunden und werden dir in vielen Fällen gerne eine kleine Tour anbieten. Es gibt riesige Studios, aber auch ganz kleine Ein-Mann-Tonstudios. Finde heraus, wo du dich eher „zuhause“ fühlst. Also warum nicht einfach anfragen und hinfahren, und am besten gleich allerlei Fragen stellen: Welche Gitarrenverstärker habt ihr vor Ort? Was kostet ein Tag im Studio? Was muss man tun, um sich auf eine Studioaufnahme vorzubereiten? Gibt es vielleicht sogar ein Praktikum, wo man mal in den Studioalltag reinschnuppern könnte?

7. Rhythmus und Timing - Unumgänglich für eine zukünftige Band

Ein Aspekt, dem bei einem Durchschnitts-Gitarrenunterricht oftmals zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. Dabei braucht man nicht viel, um Rhythmus und Timing zu trainieren... Du kannst alles für dein Training verwenden: Mit den Fingern auf dem Tisch klopfen oder zur Lieblingsmusik schnippen, mit den Händen mitklatschen, mit den Füßen so tun, als ob du Schlagzeug spielst, etc. Hier reichen oft schon wenige Minuten pro Tag, und du wirst schon bald ein Musiker, der mit anderen Musikern jammen kann.

8. Kreativität im Alltag - Jede freie Minute nutzen!

Du kannst täglich kreativ sein! Schreibe neue Melodien, ganze Songteile oder Textzeilen, die dir gerade einfallen. Dabei musst du nicht immer ein Instrument verwenden. Du kannst auch coole neue Melodien in dein Handy singen bzw. Textzeilen hineinsprechen und abspeichern. Die meisten Musiker machen das tatsächlich so und haben auch immer einen Notizblock zur Hand!

9. Marketing - Präsentiere dich mutig und stolz

Noch lange bevor du deine Gitarre spielst wie ein Profi, kannst du bereits lernen, wie du deine Band professionell vermarktest. Erstelle jetzt schon eine Liste von Webseiten und Portalen, auf denen du deine Musik später hochladen kannst. Lerne, wie man Videos oder eine Band-Webseite erstellt. Gründe ein Blog oder eine Facebook-Seite und sammle schon jetzt Fans, indem du etwa alle paar Tage darüber schreibst, was du mit deiner Musik vor hast, welche Fortschritte du machst und was deine Ziele sind. Früher oder später wirst du motivierende Kommentare von Leuten bekommen, die dich auf deinem Weg unterstützen.

Solltest du mal negative Kommentare bekommen – nach dem Motto „Das schaffst du sowieso nie!“ usw. – dann lernst du auch gleich, wie man damit umgeht. Betrachte das negative Feedback als Chance, dich weiterzuentwickeln und dich zu verbessern, denn das ist das Einzige was wirklich zählt.

10. Persönlichkeits-Training - Erfahre mehr über dich selbst

Bist du ein selbstbewusster „Frontman“, der mit der Crowd bei einem Gig eine magische Verbindung aufbaut? Oder bist du eher ein „Sideman“, der gerne im Hintergrund steht? Selbstbild und Fremdbild gehen manchmal auseinander. Um dich selbst besser einschätzen zu können, frage Familie und Freunde nach ihrer Meinung, wo sie dich eher einordnen würden. Im Netz gibt es viele Persönlichkeits-Tests, die dir verraten, welche Stärken und Schwächen du hast. Dies kann auch für den Aufbau deiner Bühnenpräsenz hilfreich sein (siehe Punkt 5).

11. Gitarrenunterricht - Erspare dir viele Jahre der Frustration

Es kommt nicht auf den Gitarrenunterricht an, es kommt auf den richtigen Gitarrenunterricht an! Finde einen Gitarrenlehrer, der mit seinem Unterrichts- und Musikstil zu dir passt! Ein guter Gitarrenlehrer geht auf deine Wünsche ein und wird dich ermutigen und unterstützen, deine Ziele umzusetzen. Dein Gitarrenlehrer hat sicherlich schon mit vielen anderen Schülern zusammengearbeitet, die danach eine Band gründeten. Vielleicht bietet er so wie ich auch ein spezielles Bandprogramm an, wo man z.B. lernt, mit anderen Musikern zusammenzuarbeiten und bestimmte Fertigkeiten gemeinsam zu üben.

Fazit

Nicht nur die Fertigkeit am Instrument macht dich zum guten Gitarristen. Es schadet nicht, über das Griffbrett deiner Gitarre hinauszublicken und an den zusätzlichen Skills zu arbeiten. Ein guter Gitarrenlehrer wird dich darauf aufmerksam machen und dich auch hier beratend auf deinem Weg begleiten.

Über den Autor

Sebastian Posch wurde 1978 geboren und ist ein in Niederösterreich wohnhafter Gitarrentrainer und Studiogitarrist.

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