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Gitarrenübungsplan - Gitarren Üben mit Freude und Spaß

Muss Gitarre Üben wirklich immer Spaß machen?

Gitarrenlehrer Sebastian Posch, 2017

Gitarre lernen Blog

Wenn du bereits eine Zeit lang Gitarre spielst und vielleicht auch die ein oder andere Unterrichtsstunde bei einem Lehrer genommen hast, wirst du sicherlich schon bemerkt haben, dass nicht alle Übungen oder Aufgaben auf der Gitarre immer nur Spaß machen.

Nein, es gibt eben auch Dinge die man üben muss, obwohl sie einem kurzfristig keine grosse Freude bereiten (und man noch nicht so ganz versteht warum man sie überhaupt üben muss) oder überhaupt jemals Spaß machen werden.

Theorie und Praxis

Für mich persönlich sind dies zum Beispiel theoretische Konzepte, also Musiktheorie - Ich bin eher praktisch veranlagt und als Gitarrenlehrer gestaltet sich demnach auch unser Gitarrenunterricht (obwohl es sehr wohl auch Theorie im Unterricht gibt, sogar eigene Workshops und Seminare usw.). Bei meinem persönlichen Lernprozess versuche ich meist (wenn auch unbewusst), allzu theoretische Aufgaben zu vermeiden, da ich sie meist eher als langweilig empfinde.

In der Schule zB. war ich früher nicht so ein grosser Fan von Mathematik oder Chemie; diese Fächer waren mir meist viel zu abstrakt, und ich habe dabei ein lebendiges Lerngefühl vermisst. Obwohl Mathe und Chemie die Grundlagen für die ganze Welt sind, waren mir die Themen doch zu farblos und trocken.

Natürlich haben Dinge die wenig Spaß machen jedoch eine gewisse Berechtigung und benötigen Aufmerksamkeit. Alles was langfristig einen Nutzen haben kann, um sich auf der Gitarre zu verbessern und Ziele zu erreichen, ist grundsätzlich gut und wichtig.

Gitarre mit mehr Freude üben

Wenn du beim Gitarre Lernen mal gegen eine Hürde anstösst und an etwas arbeiten musst dass dir kurzfristig gesehen keine grosse Freude bereitet, so gebe ich dir folgenden Ratschlag für diese Situation:

Versuche ganz einfach, anders über die Übung (die Hürde) zu denken, und ändere deine Sichtweise auf das Thema. Gehe dann erneut an das Thema heran und sei offen für Neues, auch wenn es immer noch keinen Spaß macht. Alle möglichen Dinge können Spass machen, der Beweis dafür ist dass zB. erfolgreiche Unternehmer oder Sportler ebenfalls sehr gerne so denken ("was könnte ich tun, damit mir langweilige Dinge wie Buchhaltung, Organisation oder Telefonieren ab nun viel mehr Spass machen?")

Rede vielleicht auch mit deinem Gitarrenlehrer und sag ihm ganz offen, dass es dir keinen Spaß macht und er wird dir hoffentlichen das Selbe erklären wie ich hier (da er weiß, dass die Übung die er dir aufgegeben hat, sinnvoll für dich ist).

Glaubenssätze hinterfragen

Oft ist es so, dass man als Mensch fixe Glaubenssätze einprogrammiert hat, wie zB. ich oben ("ich bin eher praktisch veranlagt"). Diese Glaubenssätze sind nichts Böses, sie formen ja immerhin unseren individuellen Charakter, jedoch sollte man sie regelmässig hinterfragen ob sie noch aktuell sind bzw. noch aktuell sein sollten!

Daher wäre in meinem Fall zum Beispiel die folgende Frage sehr hilfreich:

Wie kann ich mich diesem XY Ding/Konzept zumindest wöchentlich 1 mal widmen, und welche Möglichkeiten gibt es, dass mir das Ding sogar Spaß macht?

Bei meinem Beispiel mit der Musiktheorie könnte ich zB. versuchen, ein Spiel daraus zu machen. In jedem Spiel sind bekanntlich Belohnungen integriert. Mache ich also jedes Mal etwas durch, zum Beispiel ein paar weitere Skizzen, Diagramme oder Seiten in einem Musiktheorie-eBook durchstudiert, so belohne ich mich mit etwas, dass mir Spaß macht. Das könntest du ganz genauso machen.

Was macht mir persönlich mehr Spaß als Theorie? zB. das Spielen eines oder mehrerer Songs. Fingerübungen zB. machen mir auch riesigen Spaß.

So steigt die Motivationskurve wieder an, und es herrscht eine Balance zwischen dem was du tun musst, und dem was du sowieso gerne tust.

Über den Autor

Sebastian Posch wurde 1978 geboren, spielt seit 1989 Gitarre und ist ein in Niederösterreich wohnhafter Gitarrenlehrer und Studiogitarrist.

Gitarrenlehrer Sebastian Posch
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