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Gitarre Improvisation verbessern

Vier Punkte zur Verbesserung deiner Gitarren Soli und deiner Improvisation

Julian Nachbauer, 2017

Dieser Gastbeitrag wurde von Julian Nachbauer verfasst, Leadgitarrist der Wiener Band "Second Relation"

Interessantere & lebendigere Gitarrensoli

Egal ob in der Country-Musik oder im Heavy Metal, die E-Gitarre wird, neben ihren Aufgaben als Rhythmus-Instrument, oft als Melodie-Instrument verwendet. In diesem Beitrag werden wir, ohne dass wir uns mit der Musiktheorie und den verschiedenen Tonleitern befassen, auf Punkte eingehen, welche wichtig sind um bei der Improvisation auf der E-Gitarre deine Gitarrensoli interessanter und lebendiger klingen zu lassen.

1. Die Intonation - mache Fehler und schule dabei dein Gehör!

Du hast richtig gehört! Unser erster Punkt lautet: Sehr viele Fehler machen! Klingt leicht, oder? Ist es auch, aber die Übungseinheit kann dadurch vielleicht die geplanten 10 Minuten überschreiten und doch zu 15 Minuten durchgehenden Improvisierens werden. Wenn du eine Melodie übst und diese schon fast sicher sitzt, dann gib dir noch die extra Zeit, bist du sie wirklich sauber spielen kannst. Von diesem Prozess profitierst du immens. Nicht nur, dass du jetzt die Melodie perfekt "im Kasten hast", auch dein Gehör hat dabei ständig, stillschweigend, und so ganz nebenbei mitgelernt. Dein Intonationsgefühl, welches dir sagt, ob die gespielten Töne richtig sind, wird ständig verbessert. Ein gutes Intonationsgefühl verbessert dein Gitarrenspiel ungemein und gibt dir die Fähigkeit, nicht im Kopf zu denken, sondern aus reinem Gefühl zu spielen, eine notwendige Voraussetzung für die Improvisation.

2. Timing - spüre den Groove

Gerade bei den Profis, die ihre Soli in einer verrückten Schnelligkeit herunterlassen, möchte man meinen, dass ein Tempo gar nicht mehr vorhanden sein kann. Tatsächlich leben aber gerade diese Soli von ihrer Präzision. Ohne das Timing wären die Soli nur noch ein wahlloser Haufen an Noten, welche mit den restlichen Instrumenten nicht zusammenspielen. Das Gegenteil ist ein langsames Bluessolo, welches nur aus drei Noten besteht. Ein solches Gitarrensolo kann perfekt sein, wenn man weiß, wie man den Takt zu seinem Vorteil nutzt. Ein Rhythmusgefühl bekommt man am besten, wenn man sein eigenes Gitarrenspiel immer kritisch betrachtet. Obwohl man schon genug damit zu tun hat, die Töne richtig nacheinander zu reihen, sollte man sich immer fragen, ob der gespielte Rhythmus auch passt. Möglichkeiten dafür sind zum Beispiel das Üben mit Metronom oder ein Aufnahmegerät zu benutzen (Smartphone, Computer) und sich anschließend das Gespielte nochmal anhören.

3. Musikalität – Finde deine eigenen Style

Eine Melodie können wir in unendlich vielen Variationen spielen. Es stehen uns viele Möglichkeiten zur Verfügung, um einer Melodie ihren einzigartigen Charakter zu verleihen. Da gibt es in der musikalischen Kreativität keine Grenzen. Wir können zum Beispiel mit unseren Händen, durch die Anwendung von verschiedene Techniken wie Slides, Bendings oder Obertönen, die Klangcharakteristik beeinflussen und stark verändern. Oder wir manipulieren den Ton mit Effektengeräten wie Echo, Chorus oder Oktaver. Seinen eigenen Style zu finden ist für viele Gitarristen/innen ein niemals endender Prozess, welcher viel Freude beim Entdecken von neuen Klängen bringt. Manche Gitarristen/innen wiederum finden ihren Stil ganz schnell und fühlen sich dort ein Leben lang wohl.

4. Ausbrechen - Gehe ein Risiko ein

Wir wissen jetzt, dass Intonation, Timing und Musikalität für eine Melodie sehr wichtig sind. Um deine Improvisation auf der Gitarre zu verbessern kommen wir nun zum Letzen und gleichzeitig wichtigsten Punkt unseres Beitrages. Der einzige Weg um seine eigenen Melodien zu finden und der grundsätzliche Ansatz beim Komponieren von Musik ist, das Neue und noch Unerforschtes zu entdecken. Man muss aus dem bekannten Schema ausbrechen. Wer sich das selbst zutraut und es wagt, das Risiko einzugehen, auch auf die Gefahr hin falsche Töne zu spielen, der wird bemerken, wie schnell man Melodien findet, die einem ganz neu sind und interessant klingen. Bei jedem begonnenen Versuch steigt auch die eigene Sicherheit.

Zusammenfassung:

Neben der Musiktheorie, sollten wir immer daran denken, dass Kreativität auch viel mit Spontanität und Bauchgefühl zu tun hat. Wenn wir unsere Improvisation auf der Gitarre verbessern wollen und uns diese vier Punkte beim Training im Hinterkopf behalten, werden wir schnell eine Basis finden, welche uns ermöglicht, Ideen direkt auf der Gitarre umsetzen zu können und eigene Melodien spielen zu können über die verschiedensten Musikformen.

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Über den Autor

Sebastian Posch wurde 1978 geboren, spielt seit 1989 Gitarre und ist ein in Niederösterreich wohnhafter Gitarrenlehrer und Studiogitarrist.

Gitarrenlehrer Sebastian Posch
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