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8 Tipps für die Musikproduktion

Effizientere Produktion deiner Musik

Gitarrenlehrer Sebastian Posch, 2017

Gitarre lernen Blog

Die folgenden hilfreichen Tipps für deine Musikproduktion stammen aus unserem Online Forum. Wir wollen Sie dir nicht vorenthalten. Viel Erfolg mit den Ratschlägen!

Tipp: Deine musikalischen Einflüsse

Deine musikalischen Einflüsse sind etwas, worauf du stolz sein kannst. Sprich aktiv deine musikalischen Einflüsse in Interviews, Blogartikeln oder im Gespräch mit anderen Musikern an. Musiker, Bandnamen, bekannte Songs die dich inspirierten, usw.

Es gibt keinen Grund, die Einflüsse zu verbergen. Der einzige wirkliche Grund wäre, dass dein Selbstvertrauen meint, deine Songs wären zu wenig "original" und klingen zu sehr nach XY. Hast du diese Glaubenssätze, so arbeite daran indem du lernst wie du deine musikalischen Einflüsse wieder mehr zu schätzen wissen kannst. Das übermässige Streben nach Originalität hat schon manchen Musiker oder manche Band viel zu sehr zurückgehalten.

Tipp: Künstler und Musiker

Wir Musiker und Künstler im Allgemeinen neigen dazu, relativ sensibel und kreativ zu sein :) Ausserdem haben wir als Musiker oft ein anderes Gefühl für Zeit als "herkömmliche" Menschen. Tagtäglich sehe ich diverse solche Muster in den Menschen.

Mit diesen Eigenschaften kommen naturgemäss meist aber auch Schattenseiten dazu.

Da man Menschen nicht zuviel generalisieren und schubladisieren sollte, endet mein Tipp hier. Überlege dir übers Wochenende, wie kreativ und sensibel du eigentlich bist. Ob du eher ein Träumer & Denker bist oder jemand, der Dinge einfach umsetzt, und ob dir zB. das Denken leicht fällt, jedoch das Umsetzen schwer fällt. Ob dein Zeitgefühl irgendwie anders ist als das deiner Familie oder Feunde. Was dich antreibt und warum Musik so wichtig für dich ist, während sich andere höchstens von der oberflächlichen Musik im Radio/TV berieseln lassen.

Tipp: Wann ist ein Song ein guter Song?

Als Musik-Fan ist es völlig ausreichend, einen Song einfach so als gut/schlecht einzustufen. Der Song gefällt, oder auch nicht, und das Warum ist ja dann sowieso egal.

Als Musiker jedoch solltest du ein höheres Bewusstsein haben. Du musst objektiv bemessen und erklären können, ob und warum etwas in einem bestimmten musikalischen Kontext funktioniert oder nicht funktioniert.

Natürlich gibt es dabei keine einheitlichen Kriterien... Ein Song der 3:30 Minuten dauert ist nicht automatisch radiotauglich ... ein Song einer Band die keinen Bassisten hat klingt nicht automatisch dünn und trocken ... ein Song der im ersten Takt direkt mit einem Gitarrensolo beginnt ist nicht unbedingt ungewöhnlich ... ein Song der von der Technik her sehr schlecht produziert wurde, usw. usf.

Wie du siehst, es gibt viele unkonventionelle Ansätze in der Musik, und oft sind es genau die unkonventiellen Ideen die einen Song einzigartig und gut machen.

Wenn du das nächste Mal einen Song hörst der dir sehr gut gefällt, stelle dir die Fragen "Warum gefällt mir der Song als Ganzes" und "Welche Key-Elemente sind vorhanden, die den Song wirklich gut machen?"

Tipp: Deine Fähigkeiten

Überlege dir welche Fähigkeiten du abseits des Erstellens von Musik sonst noch hast. Diese Fähigkeiten könnten dir helfen, mit anderen Musikern oder Dienstleistern zu netzwerken und/oder einen Nebenverdienst zur Musik darstellen.

Sicherlich hast du in musikverwandten Bereichen diverse Fähigkeiten und Talente (und Interessen), für zB. Mixing/Mastering, Erstellen von Backing Tracks, Nebeneinstrumente, Erstellen von Videos und Grafikdesign, Videoschnitt, professionell und selbstsicher vor der Kamera sprechen und/oder Kenntnisse in mehreren Sprachen, Schreiben, Zeichnen/Malen, Reiseerfahrung (gut für Touring), Bühnenaufbau, Theater, Beleuchtung, Studio-Hardware, IT-Kenntnisse am Computer, usw.

Lese Interviews von bekannten Musikern und du wirst nicht glauben wieviele zusätzliche Fähigkeiten manche Musiker haben, obwohl du vielleicht gedacht hättest dass diese Musiker nur auf ihr Instrument fokusiert sind

Tipp: Deine musikalischen Ideen

Je kompatibler deine musikalischen Ideen miteinander sind, desto höher wächst die Chance, daraus ein Projekt wie zB. eine Band und/oder ein Album zu machen, ein Projekt welches sich schneller umsetzen lässt und in dem alles gut zueinander passt.

Sind deine Ideen eher zerstreut und verstreut, zB. über viele Genres und Stile, so deutet das darauf hin dass du noch keine konkrete Richtung gefunden hast, oder in mehrere Richtungen gleichzeitig gehen möchtest und noch mehr Material zu sammeln versuchst.

Tipp: Dein Songwriting Prozess

Denke an die gesamten Songs die du bisher geschrieben hast (auch die unfertigen Songs und Demos)

Gibt es ein gewisses auffälliges Muster in deinem Songwriting Prozess?

Was war die jeweilige Grundidee eines Songs (zB. ein Riff oder eine Melodie), fängst du zuerst mit dem Refrain an oder stückelst du beliebige Riffs zusammen, die gut miteinander zusammenpassen? Denkst du vorwiegend an dein eigenes Instrument oder an alle Instrumente? etc.

Versuche deinen Songwriting Prozess in diesem Sinne zu beschreiben. Um deine kreativen Stärken und Schwächen herauszufinden, konzentriere dich auf die bisher besten Songs (oder Stellen innerhalb eines Songs) und auf die jeweils schlechtesten (zB. naive, nicht umsetzbare Ideen)

Tipp: Ziele und Visionen

Denke bei deinem Musikprojekt nicht immer nur an den nächsten Schritt. Das nächste Riff, der nächste Song, der nächste Auftritt, ...

Stelle dir die entferntere Zukunft aktiv vor (2, 5, 10 Jahre), und mache von dort einen Rückblick.

  • Wer (und wo) bist du zu diesem zukünftigen Zeitpunkt?
  • Welche Entscheidungen hast du getroffen, mit welchen Prinzipien und Werten?
  • Hast du dich für eine bestimmte Sache dafür entschieden oder dagegen? (Songwriting Prozess)
  • Was sagt die Musikwelt über dich und deine Musik?

Wenn du diese Vision hast, überlege dir: Wie kommst du jetzt schnell von Punkt A zu Punkt B, welche Entscheidungen wirst du treffen müssen und in welche Bahnen wirst du deine Kreativität lenken müssen?

Tipp: Meilensteine setzen

Teile deine Album-Produktion in mehrere Meilensteine mit einem fixen Datum pro Meilenstein ein:

  1. Ideenfindung - höre Musik, Filme und Bücher, sammle Ideen, Bilder und Konzepte, alte Gitarrenriffs/Songteile, Melodien, Textzeilen, .. Schränke diese Zeitspanne bewusst ein, zB. auf 90 Tage.
  2. Pre-Production - Erzeuge anhand des gesammelten Materials Demoversionen deiner Songs und arrangiere die Songs (simples Mixing, Nummern für die Playlist der Songs vergeben) - hier fällt vielleicht auch das Üben deiner Instrumente hinein - Übungen um noch die letzten Falten auszubügeln, zB. Artikulation, kreativere Gitarrensoli, ungewohnte Stimmlagen, ungewohnte Tempi, ...
  3. Produktion - Studio, Heimstudio, Beauftragung von Sessionmusikern, ... überlege in welchem Zeitraum du die Produktion absolvieren möchtest. Manche Musiker arbeiten lieber kurz und schnell (vorallem auch eine Geldfrage), andere vermischen Produktion mit Pre-Production in einen langwierigen Prozess.
  4. Veröffentlichung - wähle einen fixen Termin wann das Album veröffentlicht sein soll. Der Termin muss (oder sollte) nicht unbedingt realistisch sein, er soll dich anspornen und motivieren, die Arbeit in den vorherigen Phasen fertigzustellen.

Denke bei jedem Schritt daran, welche Freude bei der erfolgreichen Veröffentlichung aufkommen wird. Ein gewisser Zeitdruck in jeder Phase schärft deine Sinne und lässt dich aufs wesentliche konzentrieren.

Über den Autor

Sebastian Posch wurde 1978 geboren, spielt seit 1989 Gitarre und ist ein in Niederösterreich wohnhafter Gitarrenlehrer und Studiogitarrist.

Gitarrenlehrer Sebastian Posch
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