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11 Tipps für deinen Gitarren-Übungsplan

Vorschläge für einen optimierten Übungsplan

Gitarrenlehrer Sebastian Posch, 2016

Gitarre lernen Blog

Der Fortschritt beim Gitarrelernen beginnt beim Spaß

Beim Gitarreüben ist es so wie bei allen Dingen, die man sich neu aneignet: Es lernt sich leichter, wenn es Spaß macht! So lernt das Gehirn auch effektiver. Ansonsten fängt es an zu rebellieren und nervige Fragen zu stellen wie: „Warum tue ich mir das überhaupt an? Sollte ich lieber etwas anderes lernen? Vielleicht hab ich ja gar nicht das Zeug dazu ...!” Bleibt der Spaß zu lange aus und haben die Selbstzweifel den längeren Atem, hört man am Ende sogar ganz mit dem Gitarreüben auf. Und genau das möchte ich Dir ersparen! Es gibt ein paar ganz einfache Lösungen für einen optimierten Übungsplan, um die Gitarre an diesem Punkt nicht an den Nagel zu hängen.

Wichtig beim Gitarreüben: Ziele setzen!

Hat sich der Verstand erst mal ein konkretes Ziel gesetzt, fällt es dem Unterbewusstsein leichter, die nötige Motivation für die notwendige Arbeit aufzubringen. Dabei ist es wichtig, der Motivation mit dem richtigen Maß zu begegnen. So sollte es etwa nicht darum gehen, sich täglich mehrere Stunden die Finger wundzuspielen. Es ist sinnvoller, kleinere Übungseinheiten praxistauglich in den Alltag zu integrieren, um im Endeffekt langfristig durchzuhalten.

Ein Beispiel: Liest man vor der Arbeit beim morgendlichen Kaffee gerne 15 Minuten die Zeitung oder schaut nach, was es Neues auf Facebook gibt, könnte man die Zeit auch nutzen, um ein paar Übungen auf der Gitarre zu machen. 15 Minuten klingen nicht viel, aber hat man sinnvolle Übungen zur Hand und hält diese Übungseinheit längerfristig durch, zahlt es sich nach meiner Erfahrung schon bald spürbar aus.

Deine Ziele auf der Gitarre umsetzen!

Du hast dir nun ein konkretes Ziel gesetzt und deinen Alltag ein bisschen mehr in Richtung Gitarrelernen ausgerichtet. Wie man nun effektiv Fortschritte machen kann, erkläre ich Dir in den nachfolgenden 11 Punkten:

1. Ehrgeiz & Motivation - Die Grundvoraussetzungen

Du brauchst kurz-, mittel- und langfristige Ziele, auf die du hinarbeiten kannst. Wie bereits angesprochen, wird sich dein Unterbewusstsein nach diesen Zielen ausrichten. Mit einem konkreten Ziel kannst du außerdem genauer feststellen, welche Dinge du kurzfristig üben musst, um das langfristige Ziel zu erreichen. Wichtig sind auch ganz kleine Ziele, die man an einem Nachmittag oder innerhalb einer Woche leicht erreichen kann. Das hält deine Motivation aufrecht und du bist unaufhaltsam auf dem richtigen Weg!

2. Eile mit Weile - Geduld ist eine Tugend (besonders auf der Gitarre)

Gitarre spielen lernt man nicht über Nacht. Um dir auf deiner Reise durch überhöhtes Tempo keine falschen Techniken anzueignen, welche du später wieder korrigieren musst, solltest du deinem Gehirn Zeit geben, um alles in Ruhe und langsam zu lernen. So werden nachhaltige Ziele erreicht.

3. Prioritäten - Ablenkungen verhindern.

Nun hast du endlich deine Ziele, jedoch gibt es jede Menge Ablenkungen: die Freunde, die Lieblingsserie, ein neues Computerspiel ... Natürlich solltest du auch mal Zeit für diese Dinge haben; aber halten sie dich vielleicht gerade von deinen Zielen auf der Gitarre ab? Das ist eine Frage, die du dir immer wieder stellen solltest. Dazu habe ich für dich einen anderen Artikel zu diesem Thema geschrieben.

Weiters kannst du den Ort an dem du Gitarre übst verändern. Lies diese 15 Tipps, wie du dein "Gitarrenstudio" mit wenig Aufwand verbessern kannst.

4. Konzentration - Zeit sparen, mit einem scharfen Verstand.

Jede Minute deines Übens auf der Gitarre ist eine verlorene Minute, wenn du dabei nicht genügend konzentriert warst. Schalte also den Fernseher ab, teile deinen Freunden mit, dass du die nächste halbe Stunde nicht erreichbar bist usw. Ja das ist hart, aber so werden die wirklichen Rockstars geboren :-) Nicht durch Glück, nicht durch Zufall, sondern durch harte Arbeit und durch konsequentes Handeln.

5. Überblick - Jederzeit genau wissen was du tust.

Was weißt du bereits über das Gitarrespielen und was musst du von Grund auf erst neu erlernen? Um die richtigen Ziele zu setzen, verschaffe dir regelmäßig einen Überblick über das gesamte Bild. Viele Gitarristen spielen etwa sehr gerne immer wieder die Dinge, die sie bereits seit einiger Zeit können und neigen dazu – speziell ohne Gitarrenlehrer – sich nicht ausreichend auf die noch zu erlernenden Fähigkeiten zu konzentrieren. Dies ist sehr unproduktiv und könnte deine Ziele in die weite Zukunft hinausschieben. Eine gute Regel lautet: Verwende 30% deiner Zeit mit den bereits erlernten Fähigkeiten und 70% mit neuem Material, neuen Übungen und neuen Zielen!

6. Fokussieren - Konzentriere dich auf dein Instrument.

Hast du gerade den vorherigen Punkt gelesen? Dann drehe die ganze Sache um: Zerlege das gesamte Bild in einzelne Teilbereiche und beschäftige dich regelmäßig mit nur einem der Teile, wie z.B. Technik, Improvisation, Akkorde, Tonleitern etc. Dieser Ansatz scheint das Gegenteil von Punkt 4 zu sein, ist aber kein Widerspruch; beide Ansätze sind notwendig und sollten regelmäßig beachtet werden.

7. Anwendung - ohne sie ist sämtliches Wissen nutzlos.

Das Gehirn verlernt manchmal Fähigkeiten, wenn sie für eine zu lange Zeit nicht mehr abgerufen und benutzt wurden. Hast du einen Akkord, eine Technik, ein Gitarrensolo, einen Song usw. erst mal gemeistert, musst du möglichst versuchen, das Gelernte immer wieder und in verschiedenen Situationen anzuwenden, um es in dein Gitarrenspiel dauerhaft zu integrieren.

Jemand hat mal gesagt: "Wissen ist Macht". Ich widerspreche: Denn nur das Anwenden des Wissens ist Macht.

8. Messbarkeit - täglich neue Fortschritte, schwarz auf weiss.

Wann immer du etwas Neues lernst, versuche diverse Hilfsmittel zur Messbarkeit deiner Fortschritte zu verwenden. Ein Metronom z.B. ist ein unumgängliches Tool, um Geschwindigkeiten und Fortschritte zu messen, Taktgefühl zu analysieren usw. Eine andere, extrem unterschätzte Möglichkeit zur Selbstkontrolle ist das Aufnehmen (Recording), etwa mit einem Mikrofon und/oder am PC über ein Audio Interface. Wenn du deine individuellen Fortschritte messbar vor Augen hast, trägt es auch zu deiner Motivation bei.

9. Performen - Zeige Anderen was du auf der Gitarre kannst!

Teile deine Fortschritte auf der Gitarre auch mit anderen: Niemand lernt Gitarre, damit er sich später alleine zuhause in Isolation über seine Fortschritte freuen kann. Sobald du etwas Neues gelernt hast, sei also stolz darauf und zeige es deiner Familie oder deinen Freunden! Schicke die Aufnahmen deinem besten Freund und frage ihn, was er davon hält. Wenn du mutig bist, lade einfach ein Video von dir auf YouTube hoch und zeige es der ganzen Welt. Ist dir das peinlich? Dann denke daran, wie viel Zeit du bereits fleißig investiert hast, während deine Freunde überhaupt noch nicht Gitarre spielen können!

Deine Bühnenpräsenz bei einem Schülerauftritt

Bei einem unserer Gitarren-Auftritte kannst du zeigen, was alles in dir steckt!

Schüler-Auftritt, März 2017 © Sebastian Posch
Schüler-Auftritt, März 2017 © Sebastian Posch
Schüler-Auftritt, März 2017 © Sebastian Posch
Schüler-Auftritt, März 2017 © Sebastian Posch
Schüler-Auftritt, März 2017 © Sebastian Posch

Wir treffen uns cirka 1 mal pro Monat zu Workshops & Schülerauftritten. Natürlich sind auch Anfänger gerne willkommen.

 Anfragen & mitmachen!

10. Überforderung - Alles beginnt im Kopf

Auf deinem Weg zu deinen musikalischen Zielen wirst du dich manchmal überwältigt und überfordert fühlen, z.B. von den vielen neuen Übungsmaterialien, die du noch durchackern wolltest, von dem virtuosen Spiel anderer Gitarristen, die du im Netz gesehen hast, von scheinbar unlösbaren Problemen, wie z.B. komplizierteren Gitarrengriffen oder Gitarrentechniken wie Sweep Picking u.v.m. Wenn du dich überwältigt und überarbeitet fühlst, mach mal eine Pause und schau dir in Ruhe durch, was du die letzten Monate bereits alles gelernt hast. Egal wie lange du schon spielst, es wird sich immer etwas finden, auf das du stolz sein kannst. Versuche außerdem, dir nicht zu viel an neuem Übungsmaterial vorzunehmen oder zu viele Übungsvideos oder Tutorials auf YouTube anzusehen. Wenn die richtige Zeit gekommen ist, kannst du ganz in Ruhe neues Material hinzuziehen. Sprich dazu mit deinem Lehrer oder mit jemandem, der weiß, wie man die Gedanken der Überforderung identifiziert und löst.

11. Regelmässiger Austausch mit anderen Gitarristen & Musikern

Du musst dazu nicht gleich eine ganze Band gründen - ein einfacher regelmässiger Austausch hilft schon! Sobald du mit anderen Gitarrespielern über deren Herausforderungen, Musikgeschmäcker usw. redest, wirst du bald neue Perspektiven finden, die in Folge auch deinen Übungsplan betreffen. Beispielsweise könnte es dich motivieren, mehr zu üben.

Fazit: Du benötigst einen neuen positiven Übungsplan!

Es wird eine Zeit lang dauern, alle diese Punkte in deinen Gitarren-Übungsplan zu integrieren. Aus meiner Erfahrung heraus kann ich sagen, dass es sich aber lohnen wird. Neben dem Gefühl, viel besser organisiert zu sein, wirst du mit einem optimierten Übungsplan deine Motivation steigern können und schon bald viele Fortschritte machen. Die wirkliche Freude liegt im langfristigen Weiterkommen und das Verwenden der Gitarre als Werkzeug für deine Kreativität und zum Ausdruck deiner Persönlichkeit. Wenn ich dich als Gitarrenlehrer dabei unterstützen kann, freut mich das besonders!

Viel Spaß beim Üben und Spielen!

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Über den Autor

Sebastian Posch wurde 1978 geboren, spielt seit 1989 Gitarre und ist ein in Niederösterreich wohnhafter Gitarrenlehrer und Studiogitarrist.

Gitarrenlehrer Sebastian Posch
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